Die Moral des Vatikan

von Jessica Gerhardt

Und da ist er auch schon wieder, der erhobene Zeigefinger aus Rom. Wieder einmal erhebt sich das Päpstele und seine Würdenträger in ihren bunten Röckchen, um uns zu belehren, um uns zu kritisieren und um uns vorzuschreiben wie wir zu leben haben. In einer einunddreißig Seiten langen Hetzschrift mit dem Titel „Als Mann und Frau erschuf Er sie“ spricht man all jenen Menschen, welche nicht dem Bildnis von Adam und Eva entsprechen ihr Existenzrecht ab und ruft somit indirekt zu Ausgrenzung, Hass und Gewalt gegen eine friedliche Minderheit auf, welche nach wie vor um die Anerkennung ihrer Menschenwürde ringt. Doch was erwartet man von einer frauenfeindlichen Organisation die den Patriarchalismus zum göttlichen Gebot erklärt und nur einem Penis erlaubt auf dem Papststuhl sich setzen zu dürfen?

Von welchem moralischen Standpunkt aus spricht der Vatikan zu uns?

Spricht er von jener Moral, mit der man den hellenischen Genozid rechtfertigte und uns unser antikes Erbe beraubte? Oder vielleicht von jener Moral mit der man die Heiden niedermetzelte, um sie zum eigenen Glauben zu bekehren? Aber vielleicht auch von jener Moral, mit der man tausende Frauen lebendig verbrannte, weil man sie für Hexen hielt? Oder von jener Moral der heiligen Kriege, wo man rücksichtslos andere Menschen vergewaltigt, ermordet und ausgerottet hat?

Wieso glauben das Päpstele und seine Schergen, sie seien uns einfachen Menschen moralisch überlegen?

Seit nun schon mehr als 1.500 Jahren hinterlässt der Vatikan eine blutige Spur in unseren Geschichtsbüchern. Ihre Ordensträger hielten sich stets für etwas Besseres und belehrten uns über Sittsamkeit, während sie sich selbst mit Mätressen vergnügten. Sie mahnen uns zur Bescheidenheit, während sie sich selbst im Wohlstand mästen. Sie sprachen von Nächstenliebe, während sie Hass gegen sogenannte Ungläubige säten. Im Namen ihres Glaubens rotteten sie ganze Kulturen aus, unterstützten Diktatoren und sprachen Massenmörder heilig. In ihren eigenen Reihen deckten sie Kinderschänder und vertuschten ihre Taten, dabei ließen sie unzählige zerbrochene Seelen zurück.

Aber anstatt das eigene Unrecht und Verbrechen aufzuarbeiten, hetzt man munter weiter, hetzt gegen Menschen die einfach nur sind, wie sie sind, nur weil sie nicht in das gewünschte Körperbild passen. Diese Hetzschrift wird viel Leid und Verzweiflung nach sich ziehen, da man eine friedliche Minderheit als lebensunwert deklariert und damit Rechtspopulisten in ihrer rassistischen Ideologie bestärkt.

Wer Hass im Namen des Glaubens predigt hat keine Moral und mit dieser Menschenfeindlichkeit zeigt auch unser Päpstele Franzi, dass er nicht besser ist als seine ach so heiligen Vorgänger. Würd ich an einen Gott glauben, so wäre ich mir sicher, dass unser Päpstele im Bunde mit dem Teufel ist. 👿

LINKEDIN